Seit Jahrzehnten gibt es Klimaflüchtlinge.
Die Lage wird ernster.
Über die Ursachen von Wüstenbildung und Klimaflucht – und warum Desert Greening Flüchtlingen Lebensraum statt Almosen anbieten will.
Alle Schätzungen gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren Millionen Menschen auf der Flucht sein werden.
Die Konsequenzen für die menschliche Sicherheit könnten verheerend sein. Dies sind die Hauptaussagen einer aktuellen Studie, die in Bonn im Rahmen der Klimaverhandlungen vorgestellt wurde.
Während die EU dem wachsenden Flüchtlingsstrom aus Afrika mit verstärkter Grenzsicherung begegnet und immer wieder tatenlos zusieht, wie hunderte von Menschen im Mittelmeer ertrinken, möchte Desert Greening Flüchtlingen Lebensraum und Know-How für ein autarkes Leben anbieten. Lesen sie dazu über unsere Vision, die Grüne Welle.
Zitierte Studie
Auswirkungen des Klimawandels auf Migration und Vertreibung
Verfasst von CARE International, dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) und dem International Earth Science Information Network (CIESIN) der Columbia Universität.
Vorgestellt in Bonn im Rahmen der Klimaverhandlungen.
Physiker, Umweltforscher und Systemanalytiker. Seit uber 20 Jahren dokumentiert er die Verflechtung von Ressourcengeopolitik, Migration und Klimawandel in Afrika.
Niger – Ein exemplarisches Beispiel
Algeriens Nachbar im Süden
Ich möchte an dieser Stelle exemplarisch etwas über Niger erzählen – Algeriens Nachbar im Süden. Das Blut, das in Afrika fließt sieht überall gleich aus. Und auch die Geschichten drum herum ähneln sich. Eine umfassende Geschichte Afrikas schreiben zu wollen würde hier ohnehin den Rahmen sprengen.
Zudem ähneln die ökologischen Probleme in Niger denen, mit denen Familie Abdellaziz in Südalgerien konfrontiert war: Dürre in Folge der radioaktiven Verseuchung durch Atombombentests und Uranbergbau. Ein Umweltphänomen das seinen stärksten Ausdruck in den drückenden Tiefdruck-DOR-Wolken findet.
Kolonialisierung & Unabhängigkeit
Eine Republik, die kaum regiert
Von 1890 bis ins frühe 20. Jahrhundert von Frankreich kolonialisiert, wurde Niger 1958 zur autonomen Republik innerhalb der französischen Territorien erklärt. Zwei Jahre später bildete sich die erste unabhängige Regierung. Nach Militärdiktaturen und instabilen Republiken hat sich heute eine semi-präsidentielle Demokratie in der Hauptstadt Niamey etabliert, die aber kaum in der Lage ist, die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung zu sichern.
Dürre und fortschreitende Wüstenbildung schwächen die anfällige Landwirtschaft. Nach Angaben von Transparency International lassen vor allem Korruption, Amtsmissbrauch und die Veruntreuung internationaler Hilfen immer wieder die Bewohner der abgelegenen ländlichen Gebiete an den Rand des Hungertods rutschen.
Die Republik Niger gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Hauptprobleme sind die Wasserknappheit, die Zerstörung des ohnehin raren fruchtbaren Bodens sowie die daraus folgenden Hungersnöte – die sich im wesentlichen in einer hohen Kindersterblichkeit ausdrückt – verstärkt in den Wüstenregionen im Norden, die zwei Drittel der Landesfläche ausmachen. Die Nomadenstämme, zu denen auch die Tuareg gehören, müssen zunehmend um das eigene Überleben und das ihrer Viehherden kämpfen. Zu den gewohnten Widrigkeiten des Nomadentums wie Dürren und Heuschreckenplagen kommt heute der sogenannte „low-level Krieg“, der die Bevölkerung des Niger in ihrer Existenz bedroht.
Niger ist damit ein typisch afrikanisches Land – devide et impera, teile und herrsche. Man nehme zwei Volksgruppen in dem traditionell von Stammesstrukturen geprägten Kontinent und pferche sie in einem künstlich geschaffenen Nationalstaat westlicher Prägung zusammen. Dumm, dass es nur einen Präsidenten geben kann. In diesem Fall sind es die Haussa, Bauern im Süden, und die Tuareg, die Nomaden im Norden, die um die Vorherrschaft kämpfen.
Nomadenvölker
Woodabé, Peuhl und Tuareg - Wild und frei seit dem 14. Jahrhundert
Seit dem 14. Jahrhundert ziehen die Nomadenstämme des Niger, die Woodabe, Peuhl und Tuareg, mit ihren Herden durch die Ténéré. Da nur kleine Flächen zwischen den weiten Wüstenlandschaften als Weideland zu nutzen sind, durchwandern sie in ihrem Jahreszyklus weite Landstriche. Dabei die angestammten Weidegründe mit ihren Brunnen und Oasen aufsuchen zu können ist lebensnotwendig.
Mit ihren großen Kamelherden waren die Tuareg über Generationen die Spediteure der Wüste. Ihre Kamelherden sicherten den innerafrikanischen Handel, brachten Salz von der Küste, Elfenbein aus Zentralafrika. Man tauschte Fleisch gegen Hirse, das Grundnahrungsmittel der Nomaden, mit den Stämmen im Süden.
Mit dem Einzug der Lkw's ins innerafrikanische Transportwesen in den 50er und 60er Jahren wurden die Kamelherden überflüssig, die Tuareg verloren den wichtigsten Wirtschaftszweig.
Der lachende Dritte
AREVA und das radioaktive Erbe
In den 70er Jahren kam dann der Uranbergbau. Der Staub von den Abraumhalden wehte über das Land, verseuchte die Brunnen und brachte die Atmosphäre in diesen unwirklichen Zustand, den man DOR nennt. Der keinen Regen kennt. Das war der Beginn der Dürre in der Sahelzone. In Niger mussten 80 Prozent der Herden notgeschlachtet werden, oder sie verreckten auf den ausgedorrten Ebenen.
Der lachende dritte sind die Franzosen – in diesem Fall der französische Staatskonzern AREVA, der in Niger 2/3 des weltweit abgebauten Urans schürft, und sich dafür mit jährlich ein paar Millionen Dollar bei der Regierung bedankt. Diese wird von den Haussa gestellt, abgebaut wird das Uran im Norden bei den Nomaden. Die Befriedung der Minengebiete ist natürlich nicht billig – ein Großteil dürfte für Waffenkäufe zurück nach Frankreich fließen.
des weltweiten Urans wird von AREVA in Niger abgebaut
Was ist DOR?
Der Uranstaub bringt die Atmosphäre in einen Zustand, den Wilhelm Reich "DOR" nannte - eine energetisch erschöpfte Atmosphäre, die keinen Regen mehr bildet. Das Ergebnis: dauerhafte Dürre in der Sahelzone.
Tuareg-Konflikt
Frieden auf dem Papier, Krieg im Land
Seitdem lebt der Niger vom Uranbergbau. Der sogenannte Tuaregkonflikt, der ab 1990 zu schweren Unruhen besonders im Norden führte, wurde nach fünf Jahren mit einem Friedensvertrag zwischen der Regierung und den Tuaregstämmen beigelegt. Mit der Umsetzung dieses Vertrages allerdings hapert es.
Das „Mouvement des Nigériennes pour la Justice (MNJ)“ fordert nach wie vor eine gerechte Verteilung der Uranprofite und den Aufbau einer funktionierenden Regionalverwaltung, um der Aussichtslosigkeit der ländlichen Bevölkerung zu begegnen. Präsident Mamadou Tandja, einst als General an Massakern an der eigenen Bevölkerung beteiligt, zeigte sich allerdings unwillig, mit den „Banditen und Drogenschmugglern“ zu verhandeln.
Im Januar 2008 schien der Kern des Konflikts um das Uran mit einem neuen Abkommen beigelegt: AREVA sicherte eine Steigerung des Urankilopreises um 50% zu. Doch ein Ende des Bürgerkrieges ist nicht absehbar. Die von den USA ausgebildeten Regierungstruppen sehen sich den Tuareg weiterhin militärisch unterlegen und schikanieren die Zivilbevölkerung um so mehr.
Amnesty International und Human Rights Watch berichteten von willkürlichen Verhaftungen und Hinrichtungen, Giftgas-Einsätzen, vergifteten Brunnen und konfisziertem Vieh. So ziehen viele Nomadenfamilien in die Berge, wo die Weiden noch karger sind. Seit 2007 gibt es keine Journalisten mehr vor Ort, und keine internationalen Hilfslieferungen. Weite Landstriche wurden vermint, Helfer der Ärzte ohne Grenzen wurden im Juli 2008 ausgewiesen.
Das ist der Stand der Dinge: die Tuareg kämpfen um das Recht, in den Minen eingestellt zu werden, um die Anerkennung als Berufsgeschädigte wenn sie mit 40 an Lungenkrebs erkranken. Was schwierig ist, denn zur Zeit wird in dem einzigen, von AREVA betriebenen Krankenhaus aus Prinzip kein Lungenkrebs diagnostiziert. Wer hier stirbt, stirbt an AIDS oder Malaria.
Das größere Bild
In anderen afrikanischen Ländern sieht es strukturell ähnlich aus.
Einst spanische Kolonie, an Marokko verkauft. Die Nomaden wurden zwangsangesiedelt oder vertrieben - wegen der reichen Phosphatlager, die so weiterhin von spanischen Konzernen ausgebeutet werden konnten.
Das Öl weckt das Interesse von westlichen Regierungen, Konzernen und deren Söldnerheeren. Die Bevölkerung trägt die ökologischen und sozialen Kosten.
Diamanten, Gold und Tropenholz - die gleiche Struktur, das gleiche Muster: Ressourcen fließen ab, Konflikte und Vertreibung bleiben.
Noch nie von Tantal gehört? Ohne Tantal wären unsere Handys vermutlich zwei Zentimeter größer und 12 Gramm schwerer. Der Preis wird im Kongo bezahlt.
Warum sie kommen
Sie suchen keine neue Heimat - sie suchen eine Perspektive
Die afrikanischen Flüchtlinge kommen nach Europa, weil sie keine Perspektive in der Zeit haben – also suchen sie eine Perspektive im Raum. Die ältesten Söhne kommen bevor ihre Brüder verhungern; sie kommen als Überlebende der Massaker. Es kommen auch die Kindersoldaten, die das Töten nicht mehr können. Und Frauen, denen der Weg zum Brunnen beschwerlicher geworden ist als der Weg nach Europa.
Sie verkaufen ihr Land, ihre Fischerboote für eine letzte Chance. So klein sie erscheinen mag. Für viele ist die Flucht nach Europa die zweite Flucht in ihrem Leben – nach der Vertreibung in die Perspektivlosigkeit der innerafrikanischen Flüchtlingslager und Slums der Großstädte.
Wusstest du? Nur etwa 0,1 % der jährlichen afrikanischen Flüchtlingsströme erreichen Europa. Die restlichen 99,9 % suchen Schutz in afrikanischen Nachbarländern oder verbleiben als Binnenvertriebene auf dem Kontinent - unsichtbar für die europäische Debatte.
Das Ausmaß
Die Spitze des Eisberges
Das ist wichtig zu wissen: die Flüchtlinge, die bei uns in Europa ankommen, sind nur die Spitze des Eisberges. Afrika hat je nach schätzender Institution zwischen 3 und 5 Millionen Menschen, die Schutz in afrikanischen Nachbarländern suchen. Dazu kommen die Binnenvertriebenen, Heimatlose in ihrem eigenen Land – ihre Zahl wird von der UNHCR auf 11,6 Millionen geschätzt.
Jemanden aus der Familie nach Europa zu schleusen macht für diese Menschen Sinn – nach Berechnungen der Weltbank überweisen in Europa oder Amerika lebende Afrikaner bis zu vier Milliarden Dollar jährlich zurück in ihre Heimat. Diese Transfers sind die mit Abstand größte Devisenquelle des Kontinents.
Auf die Einreise nach Europa hoffen derzeit etwa 100.000 Flüchtlinge. Etwa 10.000 kommen jährlich durch und finden in Europa Asyl. Damit erreichen 0,1 % der Flüchtlingsströme jährlich die Verursacher der Misere, und diese stöhnen unter der Last der Fremdlinge, fürchten um ihre Finanzen und den sozialen Frieden.
Binnenvertriebene - Heimatlose in ihrem eigenen Land
überweisen Afrikaner in Europa und Amerika jährlich zurück in ihre Heimat - die größte Devisenquelle des Kontinents
Drei Brennpunkte
Adre, Gao, Agadez - die Tore zur Sahara
Es gibt drei Orte in der Sahelzone, die zum Brennpunkt für die geworden sind, die Afrika in Richtung Europa verlassen wollen: Adre in Tschad, Gao in Mali und Agadez in Niger. Von dort aus geht es durch die Sahara nach Algerien, Libyen oder an die afrikanische Westküste.
Adre, Gao und Agadez bilden das Zentrum einer wachsenden „Industrie“. Bis zu 3.500 Euro zahlen die Flüchtlinge an die Schlepperbanden für die Sahara-Durchquerung – etwa vier afrikanische Jahreslöhne. Geld, das sich an diesen Orten selbst verzehrt, eine Schattenwirtschaft hervorbringt, die nichts produziert außer Hoffnung und Prostitution.
Zu den Flüchtlingen aus Zentralafrika gesellte sich in den vergangenen Jahren in Algerien eine perspektivlose heimische Jugend, die zwischen Bürgerkrieg, Korruption und Arbeitslosigkeit keinen Ausweg mehr sah. „Harragas“ heißen im maghrebinischen Wortschatz diese Menschen, die seit 1994 ohne Fahrkarte und Visum die geschlossene Landesgrenzen nach Marokko zu passieren versuchen, um in die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla vorzudringen – wenn sie nicht als blinde Passagiere auf Schiffe gehen, die nach Europa fahren.
Die Verschärfung der Kontrollen an der algerisch-marokkanischen Grenze, zu der es nach den blutigen Ereignissen in Ceuta und Melilla im Herbst 2005 kam, hat das Flüchtlingsproblem nun auch zu einem inneralgerischen Problem gemacht – und Hunderte junger Leute veranlasst, ihr Glück in einem der Häfen der algerischen Mittelmeerküste zu versuchen. Für die Emigranten, die von hier aus starten, ist nun Sardinien das neue Ziel.
Egal wo man hinguckt: Es sind Kriege um Rohstoffe, finanziert von westlichen Regierungen oder Konzernen; oder Konflikte zwischen Nomaden und Bauern um die knapper werdende Resource Land, weil westlicher Anleger die fruchtbaren Äcker als Anlageobjekt kauft um dort Viehfutter, Kaffee, Kakao und Ökotropenholz anzubauen. Als Anlass und Rechtfertigung für die Verteilungskämpfe dient wie so oft die Religion, das Ringen zwischen Islam und Christentum um die afrikanische Seele.
Der andere Teil der Flüchtlinge hat seine Lebensgrundlage auf diffizilere Art verloren – wir nennen sie dann Wirtschafts- oder Klimaflüchtlinge. Es sind Fischer, die arbeitslos sind, seit die europäischen Fangflotten die letzten fischreichen Gründe vor Afrikas Küsten leerfischen. Bauern, die wegen des subventionierten amerikanischen Mais-Imports den heimischen Mais nicht mehr kostendeckend produzieren können, oder eben Nomaden, die von ihren Weidegründen fliehen müssen, weil der Staub aus dem Uranbergbau ihre Brunnen vergiftet und ihr Land unbewohnbar gemacht hat.
MEDA-Programm der EU
Selektierte Sklaverei
Inzwischen sind die europäischen Grenzen relativ dicht – und die EU nutzt die räumliche Verlagerung des Flüchtlingsproblems nach Nordafrika, um die Flüchtlingsströme zu selektieren. Wie aus einem Papier des BMZ hervorgeht, werden „die auf ihrer Reise nach Norden beobachteten und kontrollierten afrikanischen Flüchtlinge auf ihren Nutzen für Bedürfnisse der europäischen Wohlstandsregionen geprüft“.
So gehören zum MEDA-Programm der EU, für das Brüssel für den Zeitraum von 2002 bis 2004 rund 115 Millionen Euro zur Verfügung stellte, neben Geldern zur „Unterstützung der marokkanischen Behörden bei der Bekämpfung der illegalen Migration“ auch Mittel zur „Ausrichtung der legalen Migration am Bedarf der EU“. Ein „frühes Filtern des Migrantenstroms“ sei ein notwendiger „Bestandteil der europäischen Flüchtlingspolitik“, schreibt die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).
Wer hätte das gedacht! Dass die afrikanischen Sklaven einmal Geld dafür bezahlen würden, um in die Sklaverei ziehen zu dürfen.
EU-Budget - davon Teile für "Ausrichtung der legalen Migration am Bedarf der EU"
Eine Sackgasse
Die staatliche Entwicklungshilfe ist und bleibt eine Wirtschaftsförderung für die Industriestaaten. Auch die gut gemeinte Entwicklungshilfe der NGOs führt immer wieder in die selbe Sackgasse - sie macht die Menschen zu Almosenempfängern, zerstört die heimischen Märkte, und das in die Regionen fließende Geld retourniert früher oder später gegen Drogen und Waffen dorthin, woher es gekommen ist.
Ein schwarzer Mann zum Thema EntwicklungshilfeLöst Ihr Eure Probleme bei Euch zu Hause, und lasst uns in Ruhe, dann können wir unsere eigenen bei uns lösen.
Rolling Thunder – Hopi-Medizinmann
Warum echter Wandel von innen kommen muss
Für Rolling Thunder, den derzeitigen Medizinmann der Hopi-Indianer, gibt es nur eine Art und Weise, wie sich eine Kultur nachhaltig verändern kann. Er nennt es den Messias-Mythos: ein Sohn des Volkes muss ausziehen, in ein fremdes Land, dort sein Glück machen, um später „erfahren“ in seine Heimat zurückzukehren.
Schafft er es die von ihm erlernten Neuerungen in seiner Heimatkultur zum Leben zu erwecken, haben diese Änderungen eine Chance, „sieben Generationen zu überdauern“, und somit zum untrennbaren Teil der Kultur zu werden. Alle anderen Veränderungen, durch Missionierung, Entwicklungshilfe oder andere gut gemeinte oder eigennützige Einmischung, seien zum Scheitern verurteilt.
Afrika ist der lebende Beweis für seine Worte. In Kitwe, im sambischen Kupfergürtel, lag in den 70ern eine der reichsten und am modernsten ausgerüsteten Kupferlagerstätten der Welt. 30 Jahre später funktionierte noch genau ein Schaufellader, der Rest des Fuhr- und Maschinenparks war mangels Ersatzteile stillgelegt. Und dieser Schaufellader fuhr morgens die 30 km in die Stadt, um die Post für die Minenarbeiter zu holen, und den Rest des Tages mit Anlauf gegen eine Wand aus Kupfererz, in der Hoffnung, dass sich der eine oder andere Brocken löst, in die Schaufel fällt um von dort auf den Weltmarkt getragen zu werden.
Der Desert Greening Ansatz
Afrika könnte durch seine Migranten heilen
Afrika könnte aber auch der lebende Beweis dafür werden, wie ein Kontinent durch seine Migranten heilen kann. Wenn man ihnen nur die Erfahrung schenken würde, wie man aus Sandsäcken Häuser baut, in deren Höfen hängende Gärten anlegt, Trinkwasser aus Tau gewinnt, nahrhafte Pilze auf Abfall und Laub zieht, wie man eine Wüste vom Fluch der radioaktiven Verseuchung befreit, wie man auf Sand Gärten und Wälder gedeihen lässt, wie man Fische und Krabben in Farmen in Küstennähe groß zieht, unerreichbar für die europäischen Fangflotten. Und dann könnten diese Flüchtlinge als eine Heerschar von Messiasen wieder nach Hause ziehen.
Die Flüchtlinge – könnte man sagen – sind das biologische Sonderprogramm zur Rettung des Kontinents, das Immunsystem der afrikanischen Seele. Wir sollten dieser Seele Achtung entgegenbringen und ihr damit ihre Selbstachtung zurückgeben. Sie lernen lassen statt sie zu internieren, mit Arbeitsverboten und Langeweile zu foltern. Und wenn wir die Auserwählten unter ihnen zurückschicken, sollten wir es tun, indem wir sie liebevoll an ihre Bestimmung heranführen.
Madjid Abdellaziz
"Sie wollen nicht nach Europa. Sie wollen eine Perspektive."
Madjid Abdellaziz – mit nun 30 Hektar landwirtschaftlich zu nutzender Fläche am Rande der Sahara – hat mit diesen Menschen gesprochen. Er sagt, sie wollen nicht nach Europa. Sie wollen eine Perspektive. Sie würden bleiben, wenn es Arbeit gäbe, Häuser, Essen, wenn sie eine Chance bekämen ihre Familien zu Hause zu unterstützen oder nachzuholen.
- Artikel über Klimaflüchtlinge - Quelle: www.marktplatz-verein.de
- CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
- ECO-News - die grüne Presseagentur
- Partner: Dr. Franz Alt, Journalist, D-76530 Baden-Baden
- Rubrik: Politik & Gesellschaft - Datum: 15.06.2009
Umweltheilung ist möglich – Wir machen es vor.
30 Hektar Sahara - verwandelt in eine Oase.
Werde Teil davon.
Was du gerade gelesen hast, ist der Hinter- und Beweggrund, die Wüste wiederzubeleben. Was wir in Südalgerien umgesetzt haben, ist der lebende Beweis, dass es keine Regierungsvertreter, oder große Delegationen benötigt, um etwas zu bewegen.
Lediglich zwei gesunde Hände und der wahrhaftige Wille, etwas zu verändern. Heute sind über 40.000 Bäume gepflanzt, der Grundwasserspiegel um 60 Meter angehoben und wo vorher Wüste war, erstrahlt nun eine lebendige Oase.