Grüne Welle

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Feng Shui bedeutet: Wind und Wasser.

Wind, Wasser und Wüste vereint Feng Shui mit den Methoden der integralen Umweltheilung. Aus diesem virtuellen www soll nach der Vision Madjid Abdellaziz‘ eine reale grüne breite (2 Km) Welle werden, die die Sahara von Marokko bis Saudi Arabien durchqueren wird. Menschen können sich hier ansiedeln und ihre Existenz nachhaltig sichern. Dadurch wird die grüne Welle immer breiter und die Wüste zurückgedrängt. Ein dauerhaftes Mikroklima wird so entstehen. Aus Wüste wird bewohnbares Land – zunächst als eine Kette von einzelnen Enklaven im Abstand von 500 Kilometern, später als zwei Kilometer breiter, geschlossener, wellenförmiger Gürtel. So können Flüchtlinge aus Afrika in einem neu geschaffenen Siedlungsgebiet aufgenommen werden und lernen, wie sie das Klima heilen und der Wüste mit Wald- und Ackerbau begegnen.

Wenn die Flüchtlinge – vielleicht schon in diesem Jahr – zahlreicher kommen, soll das Projekt nach Osten wachsen, so schnell, wie es die Flüchtlingsströme aus dem Süden notwendig und über ihre Arbeitskraft möglich machen.

Das Desert Greening Projekt, noch das Werk und die Initiative einer Familie, das dann als Stiftung firmieren wird, soll für den Regen sorgen, Fragen des Landrechts klären, und das Wissen bereitstellen, das die Siedlung im grünen Gürtel zu einem urbanen, sich selbst tragenden und reproduzierenden Prozess werden läßt.

Hilfe zur Selbsthilfe – in Fragen des Landbaus, der Architektur, der sozialen Selbstorganisation.

Die Grüne Welle ist etwas, das in dieser Form noch nie dagewesen ist. Eine Landnahme durch Flüchtinge, die sich ihr „Land“ selbst erschaffen müssen. Wie auf einem leeren Skizzenblock. Alles was sie dort tun ist neu, die Feldfrucht, die Architektur, das Gemeinwesen. Alles entwickelt sich aus einer Keimzelle, was gut ist wird kopiert, was schlecht verworfen. Reset.

Noch aus einer anderen Perspektive ist Djanan bedeutend. Der Planet steht vor einer Zeitenwende. Die Moderne wie wir sie kennen ist geprägt durch das Geldsystem und den daraus resultierenden Wachstumszwang. Und die Moderne erdrosselt sich gerade selbst in dem Mangeldenken, auf dem sie basiert. Mangel erzeugt den Reflex festzuhalten, hat uns die Kulturtechniken „Geld“ und „Besitz“ beschert, und dieses Festhalten, die Raffgierde, erzeugt mehr Mangel – ein kybernetischer Regelkreis wie er im Buche steht. Es ist eine Krankheit, die in diesen Jahren aus dem chronischen ins akute Stadium übergeht – letztendlich um zu heilen. Das krebsartige Auswuchern von staatlicher Kontrolle, die Perversion der Finanzindustrie und damit einhergehend der Sturz der Bevölkerung in tiefste wirtschaftliche Depression ist das akute Stadium dieser Krankheit. Leben indem man einem anderen etwas wegnimmt – Profit – wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dieses Konzept erdrosselt sich grade selbst.

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Der Wechsel vom Mangeldenken zum Überfluss ist ein Ordnungswechsel. Ordnungswechsel dieser Art folgen bestimmten mathematischen Regeln. Das liegt an der Nichtlinearität der gesellschaftlichen Prozesse. Ordnungswechsel nehmen geographisch ihren Ursprung nicht im Herzen der bestehenden Systeme, sondern aus dem Randbereich, den Berührungsflächen und -punkten benachbarter Strukturen. Dort fällt das Leben zuerst in einen chaotischen Übergangszustand, dort wird die neue Ordnung geboren, von dort infiziert die neue Ordnung das Alte, frißt sich wie ein Lauffeuer durch die Strukturen. Palästina ist ein solcher Ort, im Zwickel zwischen Europa, Asien und Afrika gelegen, ist es zu jeder Zeitenwende als erstes Land ins Chaos gefallen und hat jedesmal etwas Neues hervorgebracht: die monotheistischen Religionen, den liebenden Gott des Christentums, und heute, dank der Flüchtlingslager Gazas und des südlichen Libanons, die Rückkehr der Region zur Subsistenzwirtschaft und die Umdefinition des Geldes in ein karitatives Instrument. Berlin ist ein solcher Ort, zwischen der westeuropäischen und der russischen Einflußsphäre, ein Schmelztiegel – „zuviel Kraft in der Lunge für zu wenige Trompeten“ – mit seiner unaufhaltsamen Suche nach neuen Lebenskonzepten, den autarken, geschlossenen Lebensgemeinschaften, die im Umland entstehen. Und die Sahara ist ein solcher Ort, die Berührung zwischen der Europäischen und der afrikanischen Sphäre. Djanan.

Der Hintergrund der Menschen die in der Welle ein neues Zuhause finden werden ist voller Gewalt. Ein Teil ihrer Seelen wird durch die Katharsis gegangen sein. Ein Teil noch im Trauma verharren. Die physische Gewalt Afrikas trifft auf die psychische Gewalt Europas. Die Menschen, die hier herkommen, sind durchs Feuer gegangen. Ein jeder durch das seine. Sie werden zusammen mit der Natur heilen.

Diese Gedanken sind relativ abstrakt – aber wir können daraus etwas wichtiges lernen: Vertrauen in die Selbstorganisationskräfte der Flüchtlinge aus Afrika und Europa, die in Djanan aufeinandertreffen werden. Sollte das Leben in El Haoiuta ohne Geld geboren werden, so ist dies kein Mangel, sondern Ausdruck von Überfuss. Sollte es keine staatliche Kontrolle geben, sondern eine Gesellschaft hervorbringen, die auf vollständiger Selbstorganisation basiert, auf Kompetenz und natürlicher Autorität, auf Familien- und Stammesstrukturen, auf der spirituellen Hierachie des in Norafrika weit verbreiteten Sufismus – dann ist das kein Mangel an demokratischer Kultur, sondern ein Gewinn an Freiheit, an Authentizität, einer unmittelbaren Manifestation seelischer Ordnung im Sozialen. Es ist keine Anarchie, vor der wir uns fürchten müssen, weil sich der Moment der Befreiung von der erlittenen Unterwerfung in der Unterwerfung anderer ausdrückt.

Sei Wüste, selber vollständiger Ausdruck des Prinzips Mangel, ein Ort der Heilung.

Eine Vision wird Wahr!: “Southern side of the Atlas Mountains in Algeria turns green“

Mittlerweile ist das algerische Atlas Gebirge deutlich grüner geworden und die ganze Region kann weiter von der integralen Umweltheilung profitieren

Eumetsat-link

Noch vor kurzem leidete Algerien unter starkem Wassermangel, sodass sogar Wasser importiert werden sollte.

Heutzutage ist der Grundwasserspiegel um 30 Meter gestiegen, die Staudämme sind voll und die Agrarwirtschaft erholt sich.

2009 verzeichnete Algerien eine Rekordgetreideernte. Im Jahr war es genau so. Zum erstenmal in der Geschichte Algeriens konnte Getreide exportiert werden.