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WISSEN – PIONIERE

Nikola Tesla

Hanin Abdellaziz · August 2026 · ca. 12 Min. Lesezeit

Tesla baute größer, als sein Geldgeber bestellt hatte, und als der nicht weiterzahlte, endete das Experiment, bevor irgendjemand erfahren konnte, ob es funktioniert hätte.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es den Menschen gelingt, ihre Maschinen an das Räderwerk der Natur selbst anzuschließen.“

Nikola Tesla, Vortrag vor der Institution of Electrical Engineers, London 1892

Es gibt eine Frage, die mir in Gesprächen mit Interessenten immer wieder begegnet, meist irgendwann in der zweiten Hälfte, wenn das anfängliche Abtasten vorbei ist und die eigentliche Neugier durchkommt. Sie lautet ungefähr so: Wenn diese Technologien tatsächlich funktionieren, warum weiß dann kaum jemand davon?

Die Antwort steckt in einem Fall, dessen Aktenlage jeder selbst nachprüfen kann: ein Turm auf Long Island, ein Schacht, rund 37 Meter tief in den Boden getrieben, und ein Bankier, der irgendwann aufhörte, Rechnungen zu bezahlen.

Wardenclyffe Tower im Bau, ca. 1902, mit dem Laborgebäude von Stanford White
Wardenclyffe im Bau, ca. 1902: der Turm noch ohne Kuppel, daneben das Laborgebäude von Stanford White. Foto: unbekannt, Tesla Science Center Archive / Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Nikola Tesla, Studioporträt von Napoleon Sarony, um 1890
Nikola Tesla, Studioporträt von Napoleon Sarony, um 1890. Library of Congress, gemeinfrei.

Vom Grenzland nach New York

Nikola Tesla wird am 10. Juli 1856 in Smiljan geboren, einem Dorf in der Militärgrenze des Kaisertums Österreich, im heutigen Kroatien. Er beginnt ein Studium der Elektrotechnik am Polytechnikum in Graz und bricht es im dritten Jahr ab. Im Juni 1884 geht er in New York an Land, mit einer Anstellung bei Edison Machine Works, dem Unternehmen des berühmtesten Erfinders seiner Zeit.

Vier Jahre später, im Juli 1888, schließt George Westinghouse mit ihm einen Lizenzvertrag über den Mehrphasen-Induktionsmotor. Dieser Motor löst das zentrale Problem des Wechselstroms, und er macht aus dem mittellosen Einwanderer für einige Jahre einen wohlhabenden und gefeierten Mann.

Was danach kommt, der Aufstieg bis zu den Niagarafällen und der Absturz bis zur Zwangsvollstreckung, ist ungewöhnlich dicht dokumentiert: eigene Notizbücher, Patente, Verträge, Grundbucheinträge.

Energie als Resonanz

Tesla war überzeugt, dass die Erde selbst als elektrischer Leiter taugt: dass man sie in Schwingung versetzen kann wie eine Glocke, und dass ein Empfänger an jedem Punkt des Planeten diese Schwingung wieder abgreifen könnte. Strom bräuchte dann keine Leitung mehr, so wie eine Stimmgabel keinen Draht braucht, um eine zweite Stimmgabel im selben Raum zum Klingen zu bringen.

Zwischen 1897 und 1902 meldet er eine Reihe von Patenten an, die genau diese Idee technisch ausarbeiten: „System of Transmission of Electrical Energy“ (US 645.576), „Apparatus for Transmission of Electrical Energy“ (US 649.621), später „Art of Transmitting Electrical Energy Through the Natural Mediums“ (US 787.412) und „Apparatus for Transmitting Electrical Energy“ (US 1.119.732).

Ob Teslas Resonanzidee im planetaren Maßstab trägt, hat nie jemand überprüfen können. Die Patente dokumentieren allerdings, wie ernsthaft und wie detailliert er sie durchgearbeitet hat: vier erteilte Schutzrechte des US-Patentamts, angemeldet zwischen 1897 und 1902, erteilt zwischen 1900 und 1914, alle zur Übertragung von Energie ohne Draht.

Patentzeichnung US 1.119.732: Turm mit Kuppelelektrode
Nikola Tesla, US-Patent 1.119.732 „Apparatus for Transmitting Electrical Energy", erteilt 1914. Die Zeichnung zeigt den Turm mit Kuppelelektrode, im Kern Wardenclyffe. USPTO, gemeinfrei.

Was Tesla tatsächlich baute

Der Strom aus den Niagarafällen

Der erste Teil der Geschichte ist unumstritten, und sein Ergebnis versorgt bis heute jeden Haushalt: 1893 erhält Westinghouse den Auftrag für das Kraftwerk an den Niagarafällen, auf Basis von Teslas Zweiphasen-Wechselstromsystem. Am 26. August 1895 liefert die Adams Power Station als erstes großtechnisches Wechselstromkraftwerk der Welt kommerziellen Strom, und am 16. November 1896 fließt Niagara-Strom über rund 32 Kilometer bis nach Buffalo.

Tesla hat damit bewiesen, dass sich Energie über Distanz übertragen lässt, damals über Kupferleitungen. Danach lässt ihn eine Frage nicht mehr los: Geht es auch ganz ohne Leitung?

Colorado Springs, 1899

Von Mai 1899 bis Januar 1900 betreibt Tesla eine Experimentalstation in Colorado Springs, sein Notizbuch führt er lückenlos vom 1. Juni 1899 bis zum 7. Januar 1900. Darin steht, nüchtern protokolliert, ein Versuch, den ein Ingenieur von heute sofort nachvollziehen kann: Drei gewöhnliche Glühlampen leuchten in voller Helligkeit, verbunden mit nichts als einer Drahtschleife von rund 15 Metern Kantenlänge, etwa 30 Meter vom Oszillator entfernt. Das ist induktive Kopplung, sie ist real, und sie steht in Teslas eigenen Aufzeichnungen, die 1978 vollständig als Buch erschienen sind.

In populären Darstellungen ist aus diesem Versuch über die Jahrzehnte mehr geworden: zweihundert Lampen, sechsundzwanzig Meilen Entfernung. Für diese Zahlen gibt es keine Quelle, weder in Teslas Notizen noch in der Fachliteratur. Mir ist die bescheidene Fassung lieber, denn sie gehört Tesla wirklich, mit Datum, Schaltskizze und Seitenzahl.

Tesla lesend im Labor in Colorado Springs unter den Entladungen des Magnifying Transmitters, Doppelbelichtung von Dickenson V. Alley, 1899
Tesla in seinem Labor in Colorado Springs, Dezember 1899. Das berühmte Bild ist eine Doppelbelichtung von Dickenson V. Alley für The Century Magazine: Entladungen und der lesende Tesla wurden nacheinander auf dieselbe Platte belichtet, was Tesla in seinen Notizen selbst festhielt. Wellcome Collection, M0014782, CC BY 4.0.

Auch das berühmteste Foto dieser Monate gehört zur ehrlichen Fassung dazu. Tesla, lesend im Sessel, während über ihm meterlange Blitze zucken: Das ist eine Doppelbelichtung, aufgenommen im Dezember 1899 von Dickenson V. Alley als Werbebild für das Century Magazine. Tesla selbst hat das nie verborgen. „Of course, the discharge was not playing when the experimenter was photographed, as might be imagined!“ schreibt er in seinen Notizen. An dieser Doppelbelichtung entscheidet sich, welchen Tesla-Texten man trauen kann.

Wardenclyffe

1901 kauft Tesla Land in Shoreham auf Long Island, von James Warden, daher der Name Wardenclyffe. Stanford White, einer der bekanntesten Architekten Amerikas, entwirft die Anlage. Der Turm wächst auf knapp 190 Fuß, also rund 57 Meter. Darunter treiben Arbeiter einen mit Holz und Stahl ausgekleideten Schacht rund 120 Fuß tief in den Boden, etwa 37 Meter. Erde und Himmel sollten nach Teslas Vorstellung zu einem einzigen Übertragungssystem verbunden werden.

Betriebsbereit wurde die Anlage nie. Dokumentiert ist ein einziger Testbetrieb in der letzten Juliwoche 1903, dessen Entladungen die Anwohner beobachteten. Kurz darauf pfänden Gläubiger die schweren Geräte, 1906 gibt Tesla das Projekt endgültig auf.

John Pierpont Morgan, Studioporträt von Pach Brothers, 1902
John Pierpont Morgan, 1902, im Jahr des Zerwürfnisses mit Tesla. Foto: Pach Brothers, Sammlung The Henry Ford, gemeinfrei.

Der Vertrag, der alles beendete

Finanziert wurde Wardenclyffe von J. P. Morgan, dem mächtigsten Bankier seiner Zeit. Im März 1901 unterzeichnete er einen Vertrag über 150.000 Dollar, nach heutiger Kaufkraft etwa 5,8 Millionen Dollar. Als Gegenleistung erhielt Morgan eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an Teslas Patenten zu elektrischem Licht und drahtloser Telegrafie. Der Vertragszweck ist aktenkundig: Morgan bestellte eine Anlage für drahtlose Telegrafie.

Tesla baute etwas anderes, etwas Größeres. Fast unmittelbar nach Vertragsschluss vergrößerte er die Anlage, um seine eigentliche Vision zu verwirklichen, die Übertragung von Energie durch die Erde, und um gegen Marconi zu bestehen. Als das Geld nicht reichte und Tesla um mehr bat, sagte Morgan nein. Ob er dabei auch daran dachte, dass sich Energie, die durch die Erde fließt, schlecht in Rechnung stellen lässt, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass er nicht weiterzahlte.

Im Dezember 1901 gelang Marconi die erste transatlantische Funkübertragung, und das Investorenkapital wanderte zu ihm. Für die Geldgeber der Ostküste war die Frage der drahtlosen Telegrafie damit beantwortet, von einem Mann, der dafür keinen 57-Meter-Turm brauchte.

Die Jahre danach lassen sich in Grundbucheinträgen nachlesen. 1904 und 1908 nimmt Tesla Hypotheken auf Wardenclyffe auf, um seine Rechnungen im Hotel Waldorf-Astoria zu decken, 1915 verliert er das Gelände wegen rund 20.000 Dollar Schulden an seine Gläubiger. Am 4. Juli 1917 beginnt die Smiley Steel Company mit der Sprengung, der erste Sprengsatz kippt den Turm nur schräg, bis September ist er vollständig abgetragen.

Morgan hatte 150.000 Dollar zugesagt; der Abriss des Turms brachte als Schrotterlös 1.750 Dollar ein.

Bis heute hält sich die Version, die US-Regierung habe die Sprengung angeordnet, weil sich im Ersten Weltkrieg deutsche Spione des Turms hätten bedienen können. Das Tesla Science Center, das das Gelände heute verwaltet, stuft diese Version als Zeitungsgerücht ein. Halten konnte sie sich vermutlich auch deshalb, weil die Hypotheken bewusst nicht öffentlich registriert worden waren: Teslas Finanzlage sollte verborgen bleiben, und so konnte er den wahren Grund selbst nicht nennen.

Der Wardenclyffe Tower während des Abrisses 1917, Panorama-Aufnahme
Der Wardenclyffe Tower während des Abrisses, 1917. Foto: American Press Association, aus: The Literary Digest, Bd. 55, 8.9.1917, gemeinfrei.

Tesla starb am 7. Januar 1943 im Hotel New Yorker, Zimmer 3327, im Alter von 86 Jahren, hoch verschuldet. Die Kosten für Zimmer und Verpflegung hatte in seinen letzten Jahren Westinghouse übernommen.

Die schwingende Erde

Tesla deutete die stehenden Wellen, die er in Colorado Springs beobachtete, als Resonanz des Planeten. Die Frage, ob Erde und Atmosphäre tatsächlich ein schwingungsfähiges System bilden, hat die Geophysik ein halbes Jahrhundert später mit eigenen Mitteln beantwortet: 1952 leitete W. O. Schumann die Eigenschwingungen des Hohlraums zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre theoretisch her, in den 1960er Jahren wurden sie gemessen. Eine direkte Linie von Tesla zu diesen Schumann-Resonanzen gibt es historisch nicht, die verbreitete Zuschreibung, er habe sie entdeckt, hält der Quellenlage nicht stand. Beide befassten sich, mit Jahrzehnten Abstand und sehr verschiedenen Methoden, mit derselben Frage: ob Erde und Atmosphäre ein schwingungsfähiges System bilden. Beantwortet hat sie Schumann.

Was die Forschung zu Resonanz und drahtloser Übertragung heute zeigt:

Studie Kernbefund
Schumann, W. O. (1952), Zeitschrift für Naturforschung A 7(2) Theoretische Herleitung der Eigenschwingungen des Hohlraums Erde-Ionosphäre, heute als Schumann-Resonanzen bekannt.
Besser, B. P. (2007), Radio Science 42(2) Historische Aufarbeitung der Ideengeschichte und der experimentellen Bestätigung der Schumann-Resonanzen in den 1960er Jahren.
Kurs, A. et al. (2007), Science 317(5834) Drahtlose Übertragung von 60 Watt über rund 2 Meter mittels stark gekoppelter magnetischer Resonanzen, Wirkungsgrad rund 40 Prozent.
Hui, S. Y. R. et al. (2014), IEEE Transactions on Power Electronics 29(9) Übersichtsarbeit zur mittelreichweitigen drahtlosen Energieübertragung, setzt ausdrücklich bei Teslas Prinzipien an.

Keine dieser vier Arbeiten untersucht Wüstenbegrünung oder Landschaft; sie dokumentieren den Stand der Physik zu Resonanz und drahtloser Übertragung.

Mein Vater, Madjid Abdellaziz, arbeitet seit 2004 im algerischen Djanan-Tal, einer Region, die auf Satellitenkarten als Trockengebiet erscheint. Er hat dort mit vielen Helfern über 40.000 Bäume gepflanzt und Wasserstellen aufgebaut; nach eigener Projektdokumentation trägt sich das lokale Mikroklima seit 2016 selbst. Seine Werkzeuge sind andere als Teslas, seine Sprache ist eine andere. Die Frage aber, die seiner Arbeit zugrunde liegt, berührt genau das, was Tesla in Colorado Springs notierte und was Schumann später berechnete: ob Landschaft, Atmosphäre und Schwingung zusammengehören, und ob man dieses Zusammenspiel gezielt unterstützen kann.

Lebensstationen

10. Juli 1856

Geburt in Smiljan

Nikola Tesla kommt in der Militärgrenze des Kaisertums Österreich zur Welt, im heutigen Kroatien. Das Elektrotechnik-Studium in Graz bricht er im dritten Jahr ab.

Nikola Tesla, Porträt des Bain News Service, um 1890

Juni 1884

Ankunft in New York

Tesla beginnt bei Edison Machine Works. Vier Jahre später lizenziert George Westinghouse seinen Mehrphasen-Induktionsmotor, die Grundlage des Wechselstromsystems.

26. August 1895

Niagara

Die Adams Power Station liefert als erstes großtechnisches Wechselstromkraftwerk der Welt kommerziellen Strom. 1896 folgt die Fernleitung über rund 32 Kilometer nach Buffalo.

1899

Colorado Springs

Acht Monate Experimente an der Grenze des damals Messbaren, dokumentiert in einem lückenlos geführten Notizbuch, das 1978 vollständig veröffentlicht wurde.

Tesla im Labor in Colorado Springs, Druckfassung aus The Century Magazine 1900

März 1901

Der Morgan-Vertrag

J. P. Morgan unterzeichnet den Vertrag über 150.000 Dollar für eine Anlage zur drahtlosen Telegrafie. Im selben Jahr beginnt in Shoreham auf Long Island der Bau von Wardenclyffe.

Der vollendete Wardenclyffe Tower, 1901. Foto: Nikola Tesla Museum, CC BY-SA 4.0

4. Juli 1917

Die Sprengung

Die Smiley Steel Company beginnt mit dem Abriss, bis September ist der Turm vollständig abgetragen. Der Schrotterlös beträgt 1.750 Dollar.

Der Wardenclyffe Tower während des Abrisses 1917

7. Januar 1943

Tod im Hotel New Yorker

Tesla stirbt mit 86 Jahren in Zimmer 3327, hoch verschuldet. Wenige Monate später bestätigt der Supreme Court seine Prioritätsansprüche im Radiostreit.

Die Chronik auf einen Blick

Chronik des Wardenclyffe Tower 1901 bis 1917: Vertrag mit J. P. Morgan ueber 150.000 Dollar, Turmhoehe 57 Meter, Schachttiefe 37 Meter, Zwangsvollstreckung 1915 bei 20.000 Dollar Schulden, Sprengung 1917 mit 1.750 Dollar Schrotterloes
Sechzehn Jahre Wardenclyffe in einer Uebersicht. Alle Zahlen stammen aus den im Quellenverzeichnis belegten Dokumenten. Grafik erstellt mit NotebookLM.

Nachlass und Rückkehr

Die späte Anerkennung

Wenige Monate nach Teslas Tod bestätigte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten 1943 dessen Prioritätsansprüche im jahrzehntelangen Streit um die Radiopatente. 1978 erschienen seine Colorado-Springs-Notizen erstmals vollständig als Buch, herausgegeben und kommentiert von Aleksandar Marinčić in Belgrad. Die akademische Geschichtsschreibung hat nachgezogen: W. Bernard Carlsons Biografie von 2013, erschienen bei Princeton University Press, gilt heute als Standardwerk.

Die Forschung kehrt zurück

2007 zeigte eine Gruppe am MIT, dass sich 60 Watt über rund zwei Meter drahtlos übertragen lassen, über stark gekoppelte magnetische Resonanzen, mit einem Wirkungsgrad von etwa 40 Prozent. Eine Übersichtsarbeit von 2014, die diese Linie bilanziert, setzt ausdrücklich bei Teslas Prinzipien von vor über hundert Jahren an. Die Bilanz bleibt geteilt: Die Energieübertragung über große Entfernungen, um die es Tesla in Wardenclyffe eigentlich ging, bleibt bis heute unerreicht, während die weltweite drahtlose Kommunikation, die sein World Wireless System mitversprach, innerhalb eines Jahrhunderts Realität wurde.

Wardenclyffe heute

Das rote Backsteinlabor von Stanford White steht noch, es ist das einzige erhaltene Labor Teslas. Im August 2012 sammelte eine Crowdfunding-Kampagne, gestartet gemeinsam mit dem Webcomic-Zeichner Matt Inman, 1,37 Millionen Dollar an Spenden; zusammen mit einem Zuschuss des Staates New York kamen über 2,2 Millionen Dollar zusammen. Am 2. Mai 2013 kaufte das Tesla Science Center das Gelände, 2018 wurde es in das National Register of Historic Places aufgenommen. Nach einem Brand im November 2023, der einen Schaden von über drei Millionen Dollar anrichtete, begann im September 2025 der Bau eines Besucherzentrums, dessen Eröffnung für den Sommer 2026 angekündigt ist.

Ein Jahrhundert nach der Sprengung tragen also viele einzelne Menschen zusammen, was ein einzelner Geldgeber damals beendete.

Das Wardenclyffe-Gelände in Shoreham, New York, im März 2024
Das Wardenclyffe-Gelände in Shoreham, New York, im März 2024. Foto: Mike Peel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Ob Wardenclyffe funktioniert hätte, weiß niemand. Drahtlose Energieübertragung über große Entfernungen hat bis heute niemand realisiert, und Teslas Deutung der Erde als Übertragungsmedium ist in dieser Form nie bestätigt worden.

Aktenkundig ist das andere: ein Vertrag über drahtlose Telegrafie, ein Erfinder, der eigenmächtig Größeres baute, ein Geldgeber, der ausstieg, eine verborgene Zwangsvollstreckung, eine Sprengung. Das Experiment endete, bevor es eine Antwort geben konnte, und die Entscheidung darüber fiel an keiner Stelle in einem Labor.

Was mich an dieser Geschichte seit Jahren beschäftigt, ist, retrospektiv betrachtet, ein Strukturgedanke. Tesla brauchte einen einzigen sehr reichen Mann, und als dieser eine Mann seine Meinung änderte, war das Projekt vorbei. Mein Vater, der sich Teslas Resonanzgedanken gemeinsam mit den Linien von Wilhelm Reich und Viktor Schauberger seit über zwanzig Jahren zur Arbeitsgrundlage gemacht hat, hat daraus die praktischste aller Konsequenzen gezogen: Die Sphärenharmonieanlagen, die er entwickelt hat, stehen inzwischen an über 300 Orten weltweit, und hinter jeder einzelnen steht ein Mensch, der einen überschaubaren Teil trägt. Das macht die Sache langsamer, und sie hängt dafür an keiner einzelnen Zusage mehr.

Die Frage, die Teslas Geschichte offenlässt, nehme ich seither in jedes Gespräch mit: Wessen Interessen entscheiden, welche Technologien die Welt bekommt?

Quellen und Literatur

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